26 Oct 2026
Auslaufende Sondergenehmigungen für Einzahlungslimits im deutschen Online-Glücksspiel

Die befristeten Genehmigungen, die deutschen Online-Glücksspielanbietern eine Erhöhung des branchenübergreifenden monatlichen Einzahlungslimits von 1.000 Euro auf bis zu 10.000 Euro ermöglichten, laufen Ende 2026 aus; diese Regelung basierte auf dem Glücksspielstaatsvertrag und stand unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL.
Hintergründe zum Einzahlungslimit und den Sonderregelungen
Der GlüStV sieht ein Standardlimit von 1.000 Euro pro Monat vor, während die temporären Erhöhungen auf bis zu 10.000 Euro an die Vorlage einer Finanzprüfung gekoppelt waren; mehrere Anbieter nutzten diese Option seit der Einführung, um Spielern mit nachgewiesener Bonität höhere Beträge zu gestatten. Die GGL konnte bislang keine alternative Methode etablieren, die den Anforderungen der Gerichte entspricht, nachdem das SCHUFA-G-Tool als ungeeignet eingestuft wurde.
Gerichtliche Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf die GGL
Verwaltungsgerichte haben in jüngeren Urteilen festgestellt, dass das SCHUFA-G-Verfahren nicht den Anforderungen an eine verlässliche Überprüfung der finanziellen Verhältnisse genügt; dadurch fehlt der GGL ein rechtskonformes Instrument, um die höheren Limits weiterhin zu genehmigen. Die Behörde darf keine einseitigen Entscheidungen treffen, da ihr Verwaltungsrat aus Vertretern der Länder besteht und Mehrheitsbeschlüsse erforderlich sind.
Bisherige Sitzungen des Verwaltungsrats und die anstehende Entscheidung
Der Verwaltungsrat der GGL hat bereits zwei Sitzungen abgehalten, ohne eine Einigung zu erzielen; die nächste Sitzung ist für den 18. November 2026 terminiert, und dort soll über mögliche Alternativen wie Open-Banking-Verfahren oder dokumentenbasierte Prüfungen beraten werden. Bleibt eine Einigung aus, droht eine automatische Rückkehr zum einheitlichen Limit von 1.000 Euro für alle Spieler.

Mögliche Folgen bei fehlender Einigung
Ohne eine neue, gerichtsfeste Methode zur Finanzprüfung würden sämtliche Spieler ab Januar 2027 auf das Standardlimit von 1.000 Euro zurückfallen; Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass ein solcher Schritt Teile der Nachfrage in den unregulierten Schwarzmarkt verlagern könnte, wo keine Limits gelten. Die GGL hat in früheren Stellungnahmen betont, dass sie auf eine rechtskonforme Lösung hinarbeitet, um sowohl den Spielerschutz als auch die Marktregulierung aufrechtzuerhalten.
Optionen für alternative Prüfverfahren
Als mögliche Ersatzverfahren gelten Open-Banking-Lösungen, bei denen Bankdaten direkt und datenschutzkonform abgefragt werden können, sowie die Vorlage von Einkommensnachweisen oder Steuerbescheiden; beide Ansätze müssen jedoch von allen Ländern im Verwaltungsrat akzeptiert werden, damit die GGL sie flächendeckend anwenden kann. Bisher konnten die Vertreter in den vergangenen Sitzungen keine gemeinsame Position finden, was den Zeitdruck bis zum Jahresende 2026 erhöht.
Aktueller Stand im Oktober 2026
Im Oktober 2026 steht die GGL weiterhin vor der Aufgabe, eine tragfähige Lösung zu erarbeiten; die Behörde hat angekündigt, die Ergebnisse der November-Sitzung abzuwarten, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Bis dahin bleiben die bestehenden temporären Genehmigungen für die betroffenen Anbieter in Kraft, während die regulatorischen Vorbereitungen für das Jahr 2027 laufen.
Zusammenfassung der regulatorischen Lage
Die anstehende Entscheidung des GGL-Verwaltungsrats am 18. November 2026 entscheidet darüber, ob höhere Einzahlungslimits über 2026 hinaus bestehen bleiben oder ob alle Spieler auf das 1.000-Euro-Limit zurückfallen; dabei hängt das Ergebnis von der Einigung auf ein alternatives, gerichtsfestes Prüfverfahren ab. Die Entwicklungen zeigen, wie eng die Abstimmung zwischen Gerichtsurteilen, behördlichen Verfahren und länderübergreifender Koordination im deutschen Glücksspielmarkt miteinander verknüpft ist.